28. April 2017

Was ist ein Endoprothesenregister? Warum sollen Kliniken teilnehmen?

Was bringt ein Endoprothesenregister für die Patientensicherheit?

In der Presse findet man zwar Berichte über das Endoprothesenregister, doch viele Patienten wissen nicht genau, wofür es gut ist und warum es sinnvoll ist, wenn sie sich bei einer Knieoperation oder Hüftoperation für eine Klinik entscheiden, die am Endoprothesenregister teilnimmt. Lesen Sie hier, warum Patientensicherheit durchaus auch eine Sache der Patienten ist.

Was ist ein Endoprothesenregister?

Endoprothesenregister: Sicherheitsplus für alle.

Ein Endoprothesenregister ist ein Sicherheitsgewinn. Vereinfacht formuliert ist es eine Datenbank, die fortwährend aktualisiert und analysiert wird. Beim Endoprothesenregister laufen die Daten von Kliniken, Operationen, Operationsmethode (z.B. zementiert oder zementfrei), Patienten (anonymisiert) und eingesetzter Endoprothese (Hersteller des Hüftgelenks bzw. Kniegelenks) zusammen. In der Datenbank werden diese Daten zu Informationen verarbeitet. Zu den Informationen, die ein Endoprothesenregister bereitstellt, können Fehlermeldungen zählen. Sollten z.B. im Zusammenhang mit einem Implantat, einer Operationsmethode oder einer Klinik Auffälligkeiten sichtbar werden, so kann man schnell reagieren und z.B. den Hersteller des Implantates und die Kliniken, die es verwenden, informieren. Sollte sich bei einem bereits eingesetzten Implantat-Modell ein Fehler in der Haltbarkeit zeigen, so lassen sich auch die Patienten kontaktieren, denen es eingesetzt wurde.

Warum ist die Teilnahme am Endoprothesenregister für Patienten und Kliniken sinnvoll?

Warum sich ein Endoprothesenregister für alle auszahlt: In anderen Ländern – besonders in Skandinavien – wurden schon vor vielen Jahren Endoprothesenregister eingeführt. Dort ist die Anzahl der Revisionsoperationen (Wechseloperationen) deutlich zurückgegangen, weil fehlerhafte Verfahren und Medizinprodukte früh erkannt werden können.

Voraussetzung für ein Endoprothesenregister, das umfassende Daten für alle Regionen bereitstellen kann, ist die Teilnahme von vielen Kliniken, damit eine möglichst flächendeckende Auswertung der Operationserfolge stattfinden kann. Informieren Sie sich in Ihrer Klinik, ob sie am Endoprothesenregister teilnimmt. Steigt die Nachfrage von Patienten nach Kliniken, die am Endoprothesenregister teilnehmen, ist dies ein Beitrag zur Patientensicherheit allgemein, weil sich damit mehr Krankenhäuser für das Endoprothesenregister interessieren und teilnehmen dürften.

Wie funktioniert ein Endoprothesenregister?
Wie funktioniert ein Endoprothesenregister? Schematische Darstellung der Datenströme bei Hüftoperationen und Knieoperationen. (emde-grafik.de)

Warum sollten Krankenhäuser am Endoprothesenregister teilnehmen?

Antworten von Ärzten und weiteren Spezialisten aus dem Gesundheitssystem.

Auszug aus einem Interview mit Prof. Dr. med. Christian Götze: „Die Qualität der Versorgung und das daraus folgende Behandlungsergebnis sind das ausschlaggebende Kriterium für die Wahl der Klinik. Da wir uns nicht nur haus- und konzernintern vergleichen wollen, ist eine Teilnahme an bundesweiten Benchmarks sehr wichtig und gibt uns Hilfestellungen zur weiteren Optimierung der Patientenversorgung.“

Zitat aus einem Gespräch mit Prof. Dr. Dr. Joachim Grifka: „ … ein Endoprothesenregister … ermöglicht dem Patienten, sich eine Klinik mit guten Resultaten für eine anstehende Operation auszusuchen.“

Frau Univ. Prof. Dr. Andrea Meure stellt in einem Interview mit endoinfo.de zum Thema Teilnahme am Endoprothesenregister fest: „Die Teilnahme an dieser Initiative (Anm. d. Red.: Endoprothesenregister) stand für mich von vorneherein fest, da nur auf diesem Wege Informationen zur Qualität der Versorgung unserer Patienten zu erhalten sind.”